{"id":63,"date":"2019-07-28T19:55:31","date_gmt":"2019-07-28T19:55:31","guid":{"rendered":"http:\/\/drsww.com\/?p=63"},"modified":"2019-07-28T20:03:26","modified_gmt":"2019-07-28T20:03:26","slug":"was-du-nicht-testest-kann-deine-firma-toeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drsww.com\/?p=63","title":{"rendered":"Was Du nicht testest kann Deine Firma t\u00f6ten"},"content":{"rendered":"\n<p>In meinem fr\u00fcheren Leben war ich am Experimental-Physiker.\nMein Professor, Dr. Dennis an der UGA, hat mir einmal gesagt: \u201eDu machst ein\nExperiment genau zweimal: Einmal schnell und einfach, um zu sehen, ob es\ngelingen kann. Wenn es gelingen kann, machst Du es einmal best-m\u00f6glichst um zu\nsehen, was das Resultat ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir dann medizintechnikmarkt.de gegr\u00fcndet hatten und\nich mich mit den Lean-Start-Up Methoden auseinandergesetzt habe, habe ich\ndieses Konzept im \u201eMVP\u201c wiederentdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Minimal Valuable Product&nbsp;\n(MVP) ist eine spezielle Auspr\u00e4gung des Tests. Es geht tats\u00e4chlich darum\ndas zu l\u00f6sende Problem zu l\u00f6sen. Nicht unbedingt auf die geplante Art und\nWeise, aber auf eine schnelle und einfache Art. F\u00fcr mich das beste Beispiel:\nBau keine schlechte oder kleine Drohne, sondern miete einen Helikopter, wenn Du\nso das Problem l\u00f6sen kannst. <\/p>\n\n\n\n<p>Das eine dauert immer noch Monate w\u00e4hrend das andere Tage\nbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn dann Kunden Deinen MVP nutzen, kannst Du ihn\neinstampfen und das richtige Produkt bauen. So die Theorie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe f\u00fcr mich die Notwendigkeit des MVPs etwas weiter\ngefasst und sehe, je nach Situation, auch andere Arten des Tests als wertvoll\nund notwendig an. Man muss das Problem in einem Test nicht wirklich l\u00f6sen um zu\nerfahren, ob Kunden f\u00fcr die L\u00f6sung Geld zahlen w\u00fcrden. Es reicht in manchen\nMomenten die L\u00f6sung zu bewerben und die Reaktion zu messen. Also: Wenn Du eine\nAnzeige in Deiner lokalen Zeitung schaltest und die Besucher auf eine\nNewsletter SignUp Seite schickst \u2013 kann das wertvolle Erkenntnisse liefern. Wenn\nniemand auf Deine Webseite kommt, kann die Erkenntnis sein: Du hast eine\nschlechte Anzeige gemacht. Print ist nicht der Kanal f\u00fcr Dein Produkt. Deine\nL\u00f6sung interessiert niemanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in der Physik kannst Du eine Hypothese niemals beweisen\n\u2013 Du kannst sie nur widerlegen. Wenn Deine Hypothese also ist: \u201ePrint Anzeigen\nkannst Du selber machen und sind das perfekte Medium um Dein super Produkt zu\nbewerben.\u201c Dann kannst Du diese Hypothese widerlegen oder weiter auf dieser\nHypothese aufbauen. Idealerweise kannst Du den Test auf eine Variable\nreduzieren (also z.B. drei verschiedene Anzeigen zu drei leicht oder auch\nradikal anderen Produkten \u2013 um dann zu sehen, was die Reaktion ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist hier der Aufwand: Ein guter erster Test sollte\nnicht mehr als 1-3% der Ressourcen kosten, die das echte Produkt kosten wird.\nWenn das Produkt also 1 000 Stunden Entwicklung kosten wird und ein Werbebudget\nvon 40 000\u20ac haben soll \u2013 dann sollte der Test in einer halben Woche mit einem\nWerbebudget von 500\u20ac durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gefahren durch zu viel Geld<\/h2>\n\n\n\n<p>Gerade wenn Geld da ist (z.B. direkt nach der ersten gro\u00dfen\nFunding-Runde) ist die Verlockung gro\u00df einfach in einer langen Waterfall\nEntwicklung die Gr\u00fcndervision in ein volles, fertiges Produkt zu gie\u00dfen.\n\u201eWaterfall\u201c weil die Entwicklung lange ruhig und stetig verl\u00e4uft um dann in\neinem gro\u00dfen \u201eFall\u201c auf den Markt gesp\u00fclt zu werden. Hier wird wenig mit Kunden\ngetestet und auf den Instinkt des Product-Owners vertraut. <\/p>\n\n\n\n<p>Je mehr Geld da ist desto l\u00e4nger, teurer und komplexer wird\ndiese Entwicklung sein.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig wird w\u00e4hrend der Entwicklung eine Kostenstruktur\naufgebaut, die dann einen gro\u00dfen und schnellen Erfolg des Produktes\nvoraussetzt. Wenn dieser Erfolg nicht eintritt (und er tritt in 99% der F\u00e4lle\nnicht oder nicht sofort ein) \u2013 dann t\u00f6tet diese Kostenstruktur die Firma sehr\nschnell. Die Kosten k\u00f6nnen in der Entwicklungsabteilung selber liegen (wir\nbrauchen ja viel Kompetenz Inhouse), im Customer Service (den wir ja brauchen,\nwenn die halbe Menschheit morgen unsere App nutzt), die technische\nInfrastruktur (wir d\u00fcrfen ja nicht unter dem Demand zusammenbrechen wenn wir\nviral gehen) oder in Beratern (wir m\u00fcssen ja die Kompetenz einkaufen). <\/p>\n\n\n\n<p>Bei uns waren es oft schleichende Prozesse \u2013 sogenannter\nScope-Creep. Gerade MVPs zu komplexeren Ideen (wie sollen wir das anders\ntesten?) wurden h\u00e4ufig zu gro\u00df und dauerten zu lange im Bau.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben als grunds\u00e4tzliches Mantra f\u00fcr neue Ideen: Wie\nk\u00f6nnen wir das testen?<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann geht es darum es m\u00f6glichst einfach, schnell aber\nauch m\u00f6glichst repr\u00e4sentativ zu testen. Gute und einfache Tests sind harte\nArbeit und fordern Disziplin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Proxy-Alternative<\/h2>\n\n\n\n<p>Manchmal findet man aber auch gute \u201eTest Resultate\u201c durch Proxys.\nIch mag zum Beispiel den Proxy: Wird es einen Markt f\u00fcr die Miete von\nselbstfahrenden Autos geben? Uber und Lyft k\u00f6nnen hier gute Proxys sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Du ein Buch schreiben m\u00f6chtest kann ein Blog ein guter Proxy\nsein. Hier kannst Du testen, welche Themen besonders interessieren. Du kannst\nauch Deinen Schreibstil testen und Dein Publikum besser verstehen, bevor Du in\nlangen Stunden ein Buch schreibst, das niemand lesen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein erfolgreicher MVP ist nicht das Produkt<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Problem, dass mit digitalen MVPs auftauchen kann, ist,\ndass es sehr schnell \u201edas Produkt\u201c werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig haben wir Ideen erfolgreich mit einem MVP getestet,\num dann das MVP praktisch unver\u00e4ndert zu nutzen. So haben wir sehr schnell ein Gesamtprodukt\ngebaut, dass zwar vom Kunden gut akzeptiert wurde, aber wenig robust war. Ich\nsehe einige Start-Ups die auch Jahre nach dem Launch Services wie GoogleForms\noder TypeForm als Hauptinteraktion nutzen. Diese Werkzeuge sind super, wenn es\num den schnellen Test geht \u2013 aber es lohnt sich eben auch in eigene Technik zu\ninvestieren. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nach dem MVP ist vor dem MVP<\/h2>\n\n\n\n<p>Es besteht auch die Gefahr, dass man sich nicht mehr die\nM\u00fche macht zu verstehen, welcher Teil warum gut funktioniert \u2013 um dann die\nn\u00e4chste Generation des MVPs zu bauen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Lieblingsbeispiel hier ist: Start-Up CEO: \u201eWir haben\nden Preis verdoppelt und die Conversionrate ist konstant geblieben.\u201c Start-Up\nMentor: \u201eOkay, wann verdoppelt ihr das n\u00e4chste Mal?\u201c Start-Up CEO: \u201eWarum\nsollten wir \u2013 so reicht doch.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es macht Sinn eine wirklich erfolgreiche \u00c4nderung weiter zu\ndenken. Kann ich diesen Erfolg wiederholen indem ich die \u00c4nderung wiederhole? Das\nAnmeldeformular noch k\u00fcrzer machen. Den CallToAction noch gr\u00f6\u00dfer machen. Den\nKunden noch mal anrufen. Noch eine weitere Email schicken. Einen noch\nschnelleren Cloud-Service nutzen. Whatever.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sei nie zufrieden<\/h2>\n\n\n\n<p>H\u00f6r nie auf zu testen. Alternative Produktvarianten k\u00f6nnen und\nwerden Deine Firma weiterbringen. Neue Ideen sollten schnell und einfach durch\nKundenfeedback bewertet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem fr\u00fcheren Leben war ich am Experimental-Physiker. Mein Professor, Dr. Dennis an der UGA, hat mir einmal gesagt: \u201eDu machst ein Experiment genau zweimal: Einmal schnell und einfach, um zu sehen, ob es gelingen kann. 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